Großer Plessower See 2002
Außenseiter am Plessower- See – oder -…wie Träume platzen!!!
Dieses Jahr im Oktober war es endlich wieder soweit, eine Woche fischen lag vor uns.
Wie auch schon letztes Jahr zog es uns wieder an den karpfenspezifisch ziemlich unbekannten „Großen Plessower See“ südwestlich von Potsdam. Warum? Er wurde 1999 in einer Fachzeitschrift mit seinen vielen 20 und 30pfündern angepriesen. Da wir in unserem Hausgewässer von 30Pfündern leider nur träumen können, hatten wir uns alle sehr schnell geeinigt.Kurze Vorgeschichte: Zurück ins Jahr 2001.Oktober, am See angekommen und mit dem Fischer alles klar gemacht, entschieden wir uns für eine Stelle die am letzten Zipfel des Sees nah an der Autobahn lag. Doch wie die nächsten Tage zeigen sollten war das wohl die falsche Entscheidung für einige von uns. Nach 4 Tagen ohne Biss und genervt vom Lärm der Autobahn legten wir uns alle sehr zeitig schlafen. Doch endlich ca. 1uhr,an Uwes Micron der lang ersehnte Piepton.
Als ich mich endlich bis zu Uwes Platz durchgekämpft hatte, keine Angst im Wald standen nur zu viele Bäume, saß der schon im Boot. Nach einem schönen Drill konnte er den ersten Fisch auf die Matte legen. Der Zeiger der Waage schaffte es auf 32 Pfund. Schnell noch ein paar Fotos und zurück ins Wasser. Sekunden später, Uwes zweite Rute, also wieder ab ins Boot und nach einigen Minuten nee, nee, nee das unanständige Wort mit s c h schallte ans Ufer ausgestiegen In der darauffolgenden Nacht konnte wieder nur Uwe Bisse verzeichnen und noch einen 22 und einen 13Pfünder landen. Wir anderen freuten uns natürlich für Uwe der in dieser Woche seinen persönlichen best fing, aber wir waren auch ein wenig enttäuscht darüber, das wir 7 Tage am Wasser zugebracht haben ohne einen einzigen Biss. Ja, ja ihr habt ja Recht, wir sollen uns nicht so mädchenhaft haben andere sitzen Wochen am Wasser und fahren als Looser nach Hause. Wir nutzten die letzten Tage um mit Boot und Echolot ein paar Erkundungsfahrten über den See zu machen wobei wir noch 2-3 interessante Stellen entdecken konnten, die wir uns fürs nächste Jahr vormerkten, denn wir hatten mit dem Pool noch eine Rechnung offen. Nach vorheriger telefonischer Absprache mit dem Fischer ging es also wieder an den Plessower See.
Wir Uwe, Robert und ich reisten also am 28.9.2002 an und unser Freund Tele wollte am Sonntag nachkommen. 10 Uhr beim Fischer angekommen und die Karten besorgt (Wochenkarte 25 Euro mit Nachtangelerlaubnis) und noch mal nachgefragt, ob wir die telefonisch vereinbarten Abmachungen für uns noch in Anspruch nehmen können: Nachtangeln, Zelten, Futterbojen und eigene Boote. Da lacht das Karpfenanglerherz. Alles klar, also ab ins Auto und zu den vorgemerkten Plätzen. Doch was mit dem Boot letztes Jahr kein Problem war, sollte sich dieses Jahr mit dem Auto als etwas schwieriger erweisen. Nach langem Suchen fanden wir dann einen Weg zu Uwes Stelle. Nur noch 200 Meter, doch da verschwand Uwes Espace bis zum Unterboden in einem Schlammloch. Es hieß also erst einmal Spaten frei und Astwerk gesucht damit wir Uwes Auto wieder befreien konnten. Uwe schaufelte sich die wohl größte Blase seines Lebens, aber was tut man nicht alles für ein paar schöne Tage am Wasser. Als wir Uwes Auto wieder frei hatten und er sich entschlossen hat sein Tackle doch lieber zu tragen, fuhren Robert und ich zu unserer im Vorjahr ausgesuchten Stelle (gegenüberliegendes Ufer) die wir ohne weitere Zwischenfälle erreichten. Bevor es ans Aufbauen ging beseitigten wir erst mal den Müll anderer „Naturliebhaber.“ Das der See einer Badewanne gleicht wussten wir schon vom Vorjahr, also legten wir unsere Montagen in der nähe des Schilfgürtels (der übrigens fast den ganzen See umsäumt) zwischen 3 und 5 Metern Tiefe ab. Von der Anreise und der Autofreischachtaktion etwas müde begaben wir uns sehr zeitig in unsere Schlafsäcke, doch nichts war mit stiller Nacht. Gegen 23.30 Uhr wurde ich unsanft von meinem Bissanzeiger geweckt, den ich wohl doch ein wenig zu laut eingestellt hatte, Fallbiss! Nach einem kurzen Drill 10Pf. Spiegelkarpfen klein aber ein schöner Anfang. Der Rest der Nacht verlief ruhig bis auf die ständigen Nagegeräusche der Mäuse die sich an den heruntergefallenen Wallnüssen hinter unseren Zelten zu schaffen machten. Am Morgen der Anruf bei Uwe. Nur Brassen vermeldete er genervt. Er war die ganze Nacht auf Achse um die Betain -süchtigen Viecher “auszudrillen” und das trotz des hochwertigen Boiliemixes den er extra aus Ösiland hat einfliegen lassen. Was soll´ s war ja erst die erste Nacht. Uwe hatte übrigens in etwa 150m Entfernung ein riesiges Plateau gefunden wo er eine Rute in 3m Tiefe oben drauf und die zweite dahinter in 6m Tiefe ablegte. Nach zwei Tagen Brassenalarm verlagerte er die obenliegende Rute links an den Schilfgürtel.
Nachdem um 8.00 Uhr der erste Wallnusssammler verschwunden war, näherte sich gegen 10 Uhr ein Boot mit zwei Raubfischanglern meiner Boje, die wie selbstverständlich reingeholt wurde. (die Probleme mit den heißgeliebten Bootsfahrern kennen wir ja alle) Also ab ins Boot und nichts wie hin. Nach einer kurzen fruchtlosen Diskussionsrunde drehte ich erfolglos ab denn Schiffe versenken macht mit einer kleinen Plastimo Badewanne keinen Spaß. “Aalpuppen” setzen (was auch immer das ist) ist verboten meinten sie und ließen sich auch nicht davon überzeugen das es sich nur um eine Futterboje handelt. Ar… !!!Nach einer Stunde näherte sich das Boot mit den zwei “Spinnern” (Raubfischanglern) Uwes Futterboje. Uwe war von uns über Handy schon informiert wurden und konnte die beiden, bevor sie seine Boje “belästigten“ noch mal zur Rede stellen. Er erklärte Ihnen sachlich das dieses keine “Aalpuppen” seien sondern nur Futterbojen und das wir, das mit dem Fischer abgesprochen haben. Nach der Bemerkung das sich die beiden beim Fischer erkundigen wollen gaben Sie Uwe sogar meine Boje wieder. Was ein wenig gutes Zureden alles ausmachen kann!! Uwe wünschte den beiden noch viel Spaß beim Schleppangeln (war natürlich Verboten). Man muss nicht immer gleich Ausrasten man kommt viel weiter wenn man sachlich bleibt!! Aber wirklich nur manchmal. Nun aber wieder zum Thema zurück. Die nächsten 12 Stunden gingen so dahin. Uwe fing seine Brassen . Robert und ich konnten noch 3 von den kleinen des See` s landen .Gegen Abend traf dann auch endlich Tele ein ,der sich mit zu Uwe gesellte. Die Nacht von Sonntag auf Montag verlief sehr ruhig. Uwe und Tele wurden morgens zeitig von einem Besucher geweckt, der von den “Verrückten” Karpfenanglern gehört hatte und sich diese hier am See seltenen Exemplare mal ansehen wollte. Bei einer Tasse Kaffee erzählte er Uwe von einem Plateau was er “Steinberg” nannte (was Koffein am Morgen alles entlocken kann), das sich in Robert´ s und meiner Reichweite befinden sollte. Danke noch mal für den Tipp. Uwe informierte uns natürlich darüber und Ich begab mich sofort auf die Suche nach diesen ominösen “Steinberg” und wirklich in etwa 200m Entfernung ca. 10qm, klein aber fein. Auf dem Plateau hatten wir eine Wassertiefe von 4-5 Meter und um das Plateau so etwa 9-10 Meter. Ideal!!! Am Ufer angekommen Auswertung, Robert fand es auch super, aber zu klein das wir beide darauf Fischen könnten! Ich musste Ihn regelrecht überreden auch eine Rute drauf abzulegen. Nach einigem hin und her lies er sich dann doch überzeugen. In der darauffolgende Nacht hatte Robert und ich wieder jeder 3 Bisse von denen Robert 1 und ich 2 landen konnten, alle um die 11 Pf. , die anderen stiegen alle in der ersten Drillphase aus. Auch das Ändern der Montagen brachte nichts( und sogar der Fox Anti Ejekt hielt nicht das was er verspricht!). Am Dienstag um 11.45 Uhr begann dann Robert seine Serie, die er wohl so schnell nicht vergessen wird. Der Spot an der Schilfkante machte den Anfang: ein 24Pfünder mit einem wunderschönen Schuppenbild, doch leider mit einer verkrümmten Schwanzwurzel.
24 Pfünder gefangen am 01.10.2002 11.45 Uhr
Um 14 Uhr meldete sich wieder der Bissanzeiger der Rute am Schilf. Ein 17Pfünder hatte sich Roberts Boilies schmecken lassen und konnte nach kurzem Drill auf die Matte gelegt werden. Leider erwies sich auch er bei Fototermin als nicht ganz in Ordnung da er auf einem Auge blind war.
17 Pfund 01.10.2002 14.00 Uhr
Bis zur Dämmerung fing Ich noch einen 12 und Robert noch einen10pfünder.Die Nacht verlief wieder ganz ruhig bis uns Früh morgens 7.50 Uhr der rechte Bissanzeiger von Robert` s Rute mit einem Dauerton weckte. Nach einem super Drill konnte Robert den ersten Fisch vom Plateau landen, der es beim wiegen auf stolze 27Pfund brachte. Sein persönlich best!
27 Pfund 02.10.2002 10.45
Aber das war noch nicht alles. Um 11.45Uhr sorgte Robert dann für eine Doublette: Vom Plateau konnte er seinen 17Pfündigen einäugigen Freund noch einmal drillen und während des Drills meldete sich auch seine linke Rute die ich mir schnappen durfte um nicht nur dumm rum zu stehen. So konnte ich einen schönen 22Pfünder sicher landen- danke Robert.
Der 17ér noch mal am 02.10.2002 11.45Uhr
18.45Uhr dann der Wochenhöhepunkt: 29 Pfund geballte Kampfkraft nahmen sein Boilie auf und sorgten für einen aufregenden Drill. Robert verbesserte damit sein persönlich best noch mal um 2Pfund.
29 Pfund gefangen am 02.10.2002 18.45 Uhr
Die letzten 3 Tage verliefen dann wieder nach Schema F. Tele und Uwe fingen in der Woche um die 20 Fische, alle ca. 12Pfund. Sie schwören, dass es nicht ein und der selbe war. Uwe nebenbei noch ein paar von seinen speziellen Freunden (Brassen). Besucher hatten wir alle reichlich. Robert und ich von Wallnusssammlern und Einheimischen. Uwe und Tele nachts von Wildschweinen und tagsüber gaben sich Schulklassen und Spaziergänger ein Stelldichein. Am See sind Carphunter ziemlich unbekannt! Sprecht bitte vorher alles mit dem Fischer ab, damit es nachher keine Probleme gibt (siehe Bojen) Ach so: Robert fischte mit Produkten von Max Nollert, bei dem er sich noch mal auf diesem Wege für seine qualitativ hochwertigen und günstigen Produkte bedanken möchte! Tele schwört auf seine Geheimrezepte.
Uwe fing seine Brassen auf seinen teuren Mix aus Ösiland und die Karpfen auf Eigenbau ebenfalls mit Produkten von Max Nollert. Ich war wohl mit meinen Matrix zur falschen Zeit am falschen Ort oder waren sie nur in falschen Händen?! Nur einmal wurde ich schwach und versuchte auf Uwes Bitte hin seinen Brassenköder mit durchschlagendem Erfolg. Es dauerte eine halbe Stunde bis… inzwischen hat er den Mix auch an unserem Hausgewässer getestet. Eine Rotfeder von 4 Pfund war dankbarer Abnehmer. Wird da etwa von Herrn G aus Ö ein neues Stippfutter vertrieben?
Egal wo auch immer Ihr fischt: take it easy. Sollte euch das Gewässer interessieren wir beantworten gern Eure Fragen.












Marko Said,
25. Mai, 2009 @ 15:51
hallo jungs,
netter bericht über meinen heimatnahen see. ich komm aus werder-havel
und denke schon seit langem darüber nach es mal auf karpfen zu versuchen.
da ich das gewässer noch nie mit dem boot (echo) erkundet habe, würde
es mich freuen, wenn ihr mir evtl. einige tipps zwecks spots etc. geben
könntet.
mfg marko